Tiefenbelüftung und Tiefendüngung von Bäumen

Für einzelne, gestalterisch und historisch besonders relevante Altbäume im Branitzer Innenpark

Ziel der Maßnahme

Verbesserung des Umfeldes der Bäume, Verbesserung der Vitalität der Bäume, möglichst langer Erhalt der Originalbäume

Einleitung

Die Bäume in der Branitzer Parklandschaft mit Innen-, Außen- und Vorpark erfüllen wichtige Ökosystemdienstleistungen, indem sie beispielsweise Schadstoffe aus der Luft filtern, Kohlenstoff binden und die Temperatur lokal regulieren bzw. für einen Kühleffekt sorgen. Die Branitzer Parklandschaft ist nicht nur ein Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet, sondern auch ein wichtiger Erholungsort für die Bürger von Cottbus und Anziehungsort für hunderttausende Touristen.

Neben diesen Aufgaben sind die Bäume ein bedeutendes bildprägendes Gestaltungsmittel in der denkmalgeschützten historischen Parkanlage. Um wichtige alte Solitärbäume mit Schädigungen (z. B. Pilzbefall, geringe Vitalität) so lange wie möglich zu erhalten, werden in deren Wurzelbereich Bodenbelüftungen und Bodendüngungen durchgeführt.

Maßnahmenbeschreibung

Die Tiefenbelüftung erfolgt mit einem Lanzenverfahren an den ausgewählten Bäumen. Mittels der Lanze wird die Belüftung durchgeführt und gleichzeitig bis 50 cm Tiefe Dünger in den Boden eingebracht. Verwendet wird ein organisch-mineralischer NPK-Dünger („Baumfutter“ der Firma Hauert), der neben Stickstoff, Phosphat, Kalium auch Magnesium sowie die Spurenelemente Kupfer, Eisen, Bor und Mangan enthält. Die Maßnahme wird regelmäßig an ca. 30 Bäumen durchgeführt, unter anderem an der Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea) am Branitzer Schloss, die noch aus der Pückler-Zeit stammt. Die Tiefenbelüftung erfolgt mit eigenem Personal.

Direkte Effekte

Nährstoffverfügbarkeit im Boden für den jeweilig behandelten Baum über einen Zeitraum von ca. neun Jahren (Zeitangabe basiert auf Herstellerangabe) durch Tiefendüngung; bessere Wasserverfügbarkeit durch Tiefenlockerung, Verbesserung der Vitalität der Bäume

Indirekte Effekte

Längstmöglicher Erhalt bildprägender Original-Bäume und damit des Parkbildes; Verbesserung der Versickerungsfähigkeit des Bodens durch Tiefenlockerung und damit Minderung des Oberflächenabflusses bei Starkregen.

Eignung / Wertung / Probleme

Der positive Effekt auf die behandelten Bäume ist deutlich sichtbar, auch im Vergleich zu ähnlichen Bäumen, die nicht behandelt wurden.

Erfolg

Der positive Effekt auf die behandelten Bäume ist deutlich sichtbar, auch im Vergleich zu ähnlichen Bäumen, die nicht behandelt wurden.

Monitoring und Dokumentation

Das Monitoring für die Maßnahme einschließlich Dokumentation erfolgt im Rahmen der regulär stattfindenden Baumkontrollen und wird cloudbasiert digital erfasst.

Umwelt- und Standortbedingungen / Rahmenbedingungen

Standortbedingungen:

Lage der Branitzer Parklandschaft in der Lausitz als einer der trockensten Regionen Deutschlands

Klimadaten

  • Wetterdaten für Cottbus (Quelle: DWD)

  • Jahresmitteltemperatur (1991–2020): 10,0 Grad Celsius

  • Höchste Jahresmitteltemperatur (2019): 11,4 Grad Celsius

  • Niedrigste Jahresmitteltemperatur (1996): 7,8 Grad Celsius

  • Absolutes Temp.maximum (2022): 39,2 Grad Celsius (gemessen in 2 m Höhe)

2022 lag die Jahresmitteltemperatur mit 11,0 Grad Celsius um 1 Grad Celsius über dem langjährigen Monatsmittelwert (1991–2020).

  • Jahresniederschlag im Mittel (1991–2020): 566,0 mm

  • Höchster Jahresniederschlag (2010): 816,8 mm

  • Niedrigster Jahresniederschlag (2006): 352,7 mm

Bemerkungen

Die Maßnahme erfolgt mit Haushaltsmitteln, die jährlich für den Park zur Verfügung stehen.

Autoren

Fachbereich Park & Gartendenkmalpflege, Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Investitionskosten

ca. 3.500 € pro Jahr für Miete Kompressor / Bodeninjektionslanze, zuzgl. ca. 2.000 € für Dünger

Laufende Betriebskosten

Reduzierung des Aufwands für Baumpflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen aufgrund höherer Vitalität der behandelten Bäume.

Fördermittelgeber

Haushaltsmittel

Projektlaufzeit

Seit 2020

Download

Weiterführende Literatur

Gehölzmonitoring Fürst-Pückler-Park Branitz, Abschlussbericht 2020, erstellt von: Der Baumdoktor – Sachverständigenbüro für Arboristik und Gehölzmanagement, Mai 2021.

Zuständige Schlösserverwaltung

Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM)